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Neue Studie des MCNN: Wenn Schmerz auch Entzündung bedeutet

Neue Erkenntnisse zu chronischen Schmerzen: Dr. Steffen Brenner und Prof. Dr. Thomas Kinfe zeigen, wie Rückenmarkstimulation Entzündungsprozesse beeinflussen könnte.

Chronische Schmerzen sind mehr als ein dauerhaftes Schmerzsignal. Sie können Schlaf, Stimmung und Alltag stark beeinträchtigen und sind auch mit messbaren Veränderungen von Entzündungsbotenstoffen im Körper verbunden.

Genau diesen Zusammenhang untersucht eine neue Studie von Dr. Steffen Brenner und Prof. Dr. Thomas Kinfe, die jetzt im Fachjournal Neuromodulation: Technology at the Neural Interface veröffentlicht wurde. Die Arbeit entstand am Mannheim Center for Neuromodulation and Neuroprosthetics (MCNN) der Universitätsmedizin Mannheim, das von Prof. Dr. Thomas Kinfe gegründet wurde und geleitet wird.

In der Studie wurden Patientinnen und Patienten mit chronischen Rücken und Beinschmerzen untersucht, die mit einer modernen Form der Rückenmarkstimulation behandelt wurden. Dabei werden gezielte elektrische Impulse eingesetzt, um die Verarbeitung von Schmerzsignalen im Nervensystem zu beeinflussen. Nach drei Monaten berichteten die Patientinnen und Patienten über weniger Schmerzen. Gleichzeitig verbesserten sich Schlafqualität, Stimmung und Einschränkungen im Alltag.

Besonders interessant war der Blick auf das Blut: Zu Beginn zeigten sich Hinweise auf ein verändertes Entzündungsprofil mit mehr entzündungsfördernden und weniger entzündungshemmenden Signalen. Nach der Behandlung stieg ein entzündungshemmender Botenstoff an.

Die Studie beweist noch nicht, dass diese Veränderungen direkt durch die Rückenmarkstimulation verursacht wurden. Sie liefert aber wichtige Hinweise darauf, dass sogenannte Neuroinflammation, also Entzündungsprozesse im Zusammenhang mit dem Nervensystem, bei chronischen Schmerzen eine Rolle spielen könnte.

Für das MCNN ist diese Forschung ein wichtiger Schritt, um moderne Neuromodulation besser zu verstehen. Langfristig könnten solche Erkenntnisse helfen, Schmerztherapien gezielter auszuwählen, besser zu überwachen und stärker an einzelne Patientinnen und Patienten anzupassen.

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