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AG Neuromodulation und Schmerz

Molekulare Phänotypisierung neuroinflammatorischer Marker:

Es gibt immer mehr klinische und experimentelle Belege für die Interaktionen zwischen den zentralen und peripheren Aspekten des Neuro-Immunsystems bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von chronischen neuropathischen Rückenschmerzen. Der neuroinflammatorische Signalweg wird moduliert durch das Zusammenspiel von pro- und anti-inflammatorischen Zytokinen und Chemokinen sowie von Zellen des peripheren Immunsystems (Makrophagen, Leukozyten). In diesem Projekt untersuchen wir welchen Einfluss die Rückenmarkstimulation auf diesen Prozess hat.

Funktionelles und metabolisches MRT:

Es ist bekannt, dass chronische Schmerzen zu funktionellen und strukturellen Änderungen im Gehirn führen. In diesem Projekt untersuchen wir den Einfluss der Rückenmarksstimulation auf diesen Prozess.

Optische Kohärenztomographie (OCT):

Es gibt mittlerweile für einige chronische Schmerzsyndrome Untersuchungen zu Veränderungen des Augenhintergrunds. Dabei konnten für Patient:innen mit Fibromyalgie eine Abnahme der Dicke der Nervenfaserschicht der Netzhaut nachgewiesen werden. Ähnliche Beobachtungen konnten bei Patient:innen mit chronischen Kopfschmerzen wie Migraine gemacht werden. Es ist damit anzunehmen, dass bei chronischen Rücken-/Beinschmerzen auch Veränderungen am Augenhintergrund zu erkennen sind. Wie sich diese unter der Therapie mit einer Rückenmarksstimulation verändern, ist unbekannt.

Quantitative sensomotorische Testung:

Die quantitative sensomotorische Testung (QST) wird seit Jahrzehnten eingesetzt, um sensorische Anomalien bei verschiedenen Erkrankungen zu untersuchen, bei denen das somatosensorische System beeinträchtigt ist, einschließlich Schmerzen. Sie wird jedoch weniger in Verbindung mit der Neuromodulation eingesetzt.

Studien

Chronischer Schmerz unterliegt einer ausgeprägten intra- und interindividuellen Variabilität mit Relevanz für Diagnostik und Therapie. Bis dato werden zur Erfassung der therapeutischen Effekte der Neuromodulation bei chronischen Schmezsyndromen subjektive Skalen-basierte Parameter verwendet. Vor diesem Hintergrund befasst sich das MCNN mit der klinisch-wissenschaftlichen Exploration potentieller objektiver Outcome Parameter für die Neuromodulations Therapie (Rückenmarksstimulation, Motorkortexstimulation, tiefe Hirnstimulation). Hierzu quantifiziert das MCNN in laufenden klinischen Schmerz – Neuromodulartions - Studien den Therapieeffekt mittels molekularer, bildgebender, digitaler und psychophysikalischer Phänotypisierung.

In einer jüngst veröffentlichten Studie wurde in enger Kooperation mit dem ZI Mannheim (Prof. Meyer-Lindenberg, Prof. Flor) das Magnetenzphalographie (MEG) verwendet, um Veränderungen der elektrophysiologischen Signatur bei Schmerzpatienten unter Burst SCS Therapie zu objektivieren (Abb.1). Die Magnetenzephalografie (MEG) ist ein nicht-invasives, bildgebendes Verfahren der Neurologie und misst die sehr schwachen Magnetfelder, die durch natürliche, synchrone Aktivität von Nervenzellen im Gehirn entstehen. Das Verfahren zeichnet sich besonders durch seine hohe zeitliche Auflösung im Millisekundenbereich und seine präzise räumliche Zuordnung aus.