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Wenn wir gemeinsam entscheiden, Ihr Aneurysma zu beobachten, ist das keine passive Entscheidung. Beobachten bedeutet bei uns: eine strukturierte medizinische Begleitung mit klaren Kontrollen, der Behandlung beeinflussbarer Risikofaktoren und einer festen Ansprechperson in unserem Zentrum.
Regelmäßige Bildkontrollen nach festem Plan
Wir kontrollieren Ihr Aneurysma in individuell festgelegten Abständen. Dabei setzen wir bevorzugt die MR-Angiographie ein, die ohne Röntgenstrahlung auskommt.
Was wir dabei prüfen
Wir beurteilen, ob das Aneurysma gewachsen ist oder sich seine Form verändert hat. Ein Wachstum gehört zu den wichtigsten Hinweisen auf eine mögliche Veränderung des Risikos und führt zu einer erneuten gemeinsamen Abwägung.
Digitale Begleitung im Rahmen von CARE-IA
Im Rahmen von CARE-IA erproben wir eine telemedizinische Begleitung mit Smartwatch und App. Sie soll dabei unterstützen, Blutdruck und relevante Lebensstilfaktoren im Blick zu behalten und das Gefühl zu vermeiden, zwischen den Kontrollterminen allein zu sein. Nach Abschluss der Erprobungsphase soll die digitale Begleitung fester Bestandteil unserer Betreuung werden – unabhängig vom Wohnort und ohne dass für jede Frage eine Anreise erforderlich ist.
Eine feste Ansprechperson
Unsere Zentrumskoordination ist Ihr verlässlicher Kontaktpunkt für Fragen, Terminabstimmungen und die Organisation Ihrer Befunde. So wissen Sie jederzeit, an wen Sie sich wenden können.
Ihre Angst, Alltag, Lebensqualität
Viele Menschen berichten, dass die Diagnose sie emotional stärker belastet als das Aneurysma selbst. Die Angst vor einer möglichen Blutung, die Sorge um die eigene Selbstständigkeit, den Beruf oder die Familie – all das sind keine Nebensächlichkeiten, sondern Teil der Erkrankung. Wir nehmen diese Sorgen ernst und sprechen sie an – auch dann, wenn Sie sie nicht von sich aus äußern.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Ängste und Einschränkungen der Lebensqualität bei Menschen mit nicht behandelten Hirnaneurysmen eine eigene Bedeutung haben. Sie können durch verständliche Information, gute Beratung und eine strukturierte Begleitung verbessert werden.
Was wir Ihnen anbieten
Auf Wunsch erhalten Sie psychologische und psychosoziale Unterstützung – für Sie selbst und auch für Ihre Angehörigen. Wir vermitteln bei Bedarf passende Selbsthilfeangebote und sprechen mit Ihnen darüber, wie und mit wem Sie über Ihren Befund in der Familie sprechen möchten.
Bin ich gefährdet?
Ob eine Untersuchung für Sie sinnvoll ist, hängt deshalb von Ihrem persönlichen Risiko ab. Genau dazu beraten wir Sie – ergebnisoffen und ohne Untersuchungsdruck..
Ein Screening – also die gezielte Suche nach einem Hirnaneurysma bei Menschen ohne Beschwerden – ist nicht für jeden sinnvoll. Es kann Sicherheit geben, aber auch Befunde entdecken, die niemals Beschwerden verursacht hätten.Dadurch können Sorgen und Folgeuntersuchungen entstehen, die vermeidbar gewesen wären.
Für wen ein Screening besonders sinnvoll sein kann
Nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen besteht ein erhöhtes Risiko insbesondere bei:
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Menschen mit mehreren nahen Familienangehörigen
Wenn zwei oder mehr erstgradige Verwandte (Eltern, Geschwister oder Kinder) ein Hirnaneurysma haben oder eine aneurysmatische Subarachnoidalblutung erlitten haben, ist das Risiko zur Ausbildung eines Aneurysmas, je nach Alter, Blutdruck und Rauchstatus bei diesen Menschen deutlich erhöht. Für diese Gruppe ist ein Screening in der Regel sinnvoll.
Ein einzelner betroffener Verwandter erhöht das persönliche Risiko nur moderat. Ein routinemäßiges Screening ist dann meist nicht erforderlich – ein Beratungsgespräch kann jedoch helfen, die individuelle Situation einzuordnen.
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Menschen mit einer autosomal-dominanten polyzystischen Nierenerkrankung (ADPKD
Bei dieser Erkrankung treten Hirnaneurysmen häufiger auf. Eine gezielte Untersuchung kann sinnvoll sein.
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Menschen mit bestimmten Bindegewebserkrankungen
Auch hier besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Hirnaneurysmen und eine individuelle Beratung ist sinnvoll.
Wie verläuft eine Untersuchung?
- Eine Untersuchung erfolgt in der Regel mit einer MR-Angiographie – ohne Röntgenstrahlung und meist ohne Kontrastmittel.
- Noch wichtiger als die Untersuchung selbst ist jedoch das Gespräch davor: Was würde ein Befund für Sie bedeuten? Was würde sich dadurch ändern? Diese Fragen klären wir gemeinsam mit Ihnen.
